In meinen vielen Jahren der intensiven Arbeit an Innovationsprojekten – von der Leitung komplexer Initiativen bis hin zur Entwicklung neuer Formate zur Ideengenerierung und Stärkung der Umsetzungskraft, stosse ich immer wieder auf ein hartnäckiges Muster: Das Not-Invented-Here-Syndrom (NIH-Syndrom).
Dieses Syndrom beschreibt eine weit verbreitete Blockade in Organisationen:
Ideen, Lösungen oder Methoden werden abgelehnt oder abgewertet, nur weil sie nicht aus der eigenen Abteilung oder dem eigenen Unternehmen stammen. Kurz gesagt: „Wenn es nicht von uns ist, taugt es nichts.“
Was steckt wirklich dahinter?
Das NIH-Syndrom ist kein fachliches Problem, sondern ein tief verwurzeltes Führungs- und Kulturthema. Häufige Treiber sind:
- Angst vor Kontrollverlust und dem Unbekannten.
- Revierdenken („Unsere Lösung ist immer besser“).
- Schutz der eigenen Identität („Wir sind die wahren Experten“).
- Fehlende Anreizsysteme, die Wissensaustausch belohnen.
Diese Dynamiken laufen oft unbewusst ab, wirken sich aber massiv auf den Erfolg aus. Typische Symptome im Alltag:
- Bewährte externe Lösungen werden neu erfunden – teurer, langsamer und oft schlechter.
- Projekte verzögern sich, weil alles erst intern „verstanden“ werden muss.
- Kooperationen mit Partnern scheitern an Misstrauen.
- Innovation wird gross angekündigt, aber systematisch ausgebremst.
Unterm Strich verliert das Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit, und potenzielle Durchbrüche bleiben in der Pipeline stecken.
Die bitteren Konsequenzen:
- Zeitverlust statt schnellem Marktzugang.
- Hohe Kosten durch Doppelarbeiten.
- Demotivation bei Mitarbeitenden („Warum lernen wir nichts dazu?“)
- Innovationsstau bei schneller werdendem Umfeld.
Unterm Strich geht Wettbewerbsfähigkeit verloren und potenzielle Innovationen bleiben in der Pipeline stecken.
Die Lösung: Eine offene Innovationskultur aufbauen
Aus meiner Erfahrung als Leiter von vielen Innovationsprojekten weiss ich: Der Schlüssel liegt in guter Führung und einer Kultur, die das gegenseitige Lernen und Synergien priorisiert. Hier sind bewährte Ansätze, die ich in der Praxis umsetze:
- Förderung des Lernens: Durch innovative Workshopformate, die Teams befähigen, Ideen zu entwickeln und die Umsetzungskraft zu stärken – etwa durch kollaborative Sessions mit Team-X-Change®, das externe Impulse nahtlos integrieren kann.
- Offenheit für externe Exzellenz: Externe Ideen willkommen heissen und darauf aufbauen, anstatt sie zu ignorieren.
- Belohnung von Ko-Kreation: Teams für gemeinsame Erfolge honorieren, unabhängig von der Herkunft der Lösung.
- Fokus auf Ergebnisse: Die entscheidende Frage sollte nicht lauten: „Von wem kommt die Idee?“, sondern: „Bringt sie uns messbar weiter?“
Deshalb setze ich bei Führung an:
Ich unterstütze Führungskräfte dabei, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen externe Impulse willkommen sind, Silos aufbrechen und Innovation tatsächlich umgesetzt wird.
Das NIH-Syndrom ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Unsicherheit. Unternehmen, die es ignorieren, zahlen mit Tempo, Geld und Zukunftsfähigkeit.
Wer sich bewusst öffnet, gewinnt Geschwindigkeit, Qualität und echte Innovationskraft.
Wie gehen Sie in Ihrer Organisation mit externen Ideen um? Ich freue mich auf Ihre Perspektive.
Passend zum Thema finden Sie hier den Blogbeitrag: „Warum wir Führungskräfte trainieren„




